NICHTSICHTBARKEIT ALS HERAUSFORDERUNG

Abb. Klaus Flemming,  Foto Winnie Labus

TAFELBILD  - CHANGE OF PERSPECTIVE

DAS BILD  - DIE ANDERE SEITE EINER REALITÄT

„Zukunft ist nicht ausrechenbar, im Gegenteil, sie stellt bekannte Resultate immer wieder in Frage, relativiert, revidiert, revidiert Revision oder verweigert gedachte Lösungen. Unverständliches ist nicht erzwingbar. Als ginge es nicht um Suche in Achtung oder um Ausdruck eines grossen Restes, der noch Schweigen ist. Als trüge Nichtsichtbarkeit nicht auch Geheimnis, Verheissung, Ahnung in sich. Oder ist Motor zu Innovation, privat, gesellschaftlich, politisch, Motor zu Umbruch- und Umwandlung in unserer rasenden Zeit. Oder bietet Raum für Zweifel, Rückzug, Umdenkenkung, Umkehrung eines Trendes. Oder ist Landschaft für ein noch unbekanntes Morgen. Oder Herausforderung für das, das wir hinter unserer Welt noch nicht schauen können. Oder ganz einfach Suche nach einem Sehen, das Inhalte nicht verlieren will.“  C.U. FRANK

„Die Auseinandersetzung mit dem Tafelbild beinhaltet per se die Frage nach der Malerei. Im Akt der Seitenvertauschung erscheinen die Fragen allerdings aus ganzer anderer Perspektive. Die gezeigte Rückseite des Bildes hebt die nichtgezeigte Vorderseite nicht auf, sie macht sie nicht überflüssig. Im Gegenteil. Die eine Seite existiert nicht ohne die andere.“  C.U. FRANK

AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM TAFELBILD

„Kunst geht für mich auf Fragen zurück, die ich als Künstlerin selbst an mich stelle: Als Anspruch auf Suche, Widerstand, Akt der Befreiung. Als Anspruch auf Irrtum, Mut zum Scheitern, Entdecken und nicht Enthüllen. Nicht um entschlüsselt zu werden, sondern ausgehalten. Als Akt gegen einen Zeitlauf. Als ein über mich selbst hinausweisendes Bild. Als momentan nicht schaubares Ganzes. Als Offenheit, Dinge im Werden zu halten.“  C.U. FRANK

UNVERWECHSELBARKEIT

"Die von der Künstlerin in der Vergangenheit vollzogenen Umdenkungs- und Umwandlungsprozesse inner-halb der einzelnen Werke fordern den Betrachter geradezu 'spiegelbildlich' heraus, Bewegungen im eigenen Kopf zu vollziehen. Dies macht das Schaffen der Künstlerin C.U. FRANK unverwechselbar und verschafft ihr hohe Eigenständigkeit."  Dirk Palder, Ausstellung tOG Düsseldorf, RIGHT SIDE or RIGHT SIGHT 2015

DAS BILD ALS ‚GEGEN-STAND‘

Lucio Fontanas durchschlitzte Leinwände, Giulio Paolinis leere Rahmen, die Baselitz'schen Auf-Kopf-Stellungen, das Postulat des Malewitsch'en Schwarzen Quadrates: Haltungen, die laut der Künstlerin C.U. FRANK für sie nicht wegzudenkende `Vor- Bilder' innerhalb ihres eigenen künstlerischen Entwicklungsprozesses waren. Als Reiz, als Frage: Wohin geht die Welt? Wohin schauen wir heute? Diesen Fragen stellt sich die Künstlerin kontinuierlich durch ihre Arbeiten, den 'Immer neuen Quadraten'. Themen-Katalog 

C.U. FRANK Das immer neue Quadrat 2006

TEXTE UND STIMMEN

"...Es ist dieser ästhetisch ausgefuchste Kunstgriff, welcher der Künstlerin eine konzeptuelle Rückkoppellung an gesellschaftliche Verfahrensweisen ermöglicht, und ihrer Arbeit eine nicht unerhebliche Brisanz und Aktualität verleiht...." 

Udo Vogt, Journalist (Katalog RUHR ATOLL, Ruhr 2010 Essen, Kulturhauptstadt Europas 2010)

"...Die Arbeit der Künstlerin C.U. Frank steht in dem Bewusstsein, durch ein Mindestmass an Veränderung ein Höchstmass an inhaltlicher Identität in unserer stetig sich verändernden Welt und Umwelt und ihren gesellschaftlichen Umwälzungen zu erreichen..." 

Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin Rheinisches Landesmuseum, Bonn (zu RUHR ATOLL Projekt LOCAL / GLOBAL, Ruhr 2010, Essen, Kulturhauptstadt Europas 2010)

"...Manchmal genügt eine kleine Verschiebung der Perspektive, ein aus den gewohnten Bahnen des Sehens ver-rückter Blickwinkel, um ein vermeintlich vertrautes Stück Erde mit neuer, durch den überraschenden Eindruck der Fremdheit geschärfter Aufmerksamkeit, zu betrachten. Um wievieles stärker muss dann eine völlige Umkehr der Sichtweise wirken? Den Bildern der Künstlerin C.U. Frank ist dieses Element der Irritation gewissermassen einverleibt..." 

Eva Maria Zacharias, Kunsthistorikerin, Xanten (SEEWERK Moers Ausstellung 2013)

"...Bilder die zum Umdenken zwingen..." Julia Wolf, WAZ  30.8.2013 / Ausstellung SEEWERK, Moers

"Sehgewohnheiten auf den Kopf gestellt" 

Jürgen Grässer Fränkischer Tag, Bamberg / Kunstverein Bamberg Ausstellung 2006

”Es ist dieses quer zum Trend liegende, das gleichsam im spitzen Winkel zum Gängigen verharrt. Hier hat eine Unzeitgemässe kaum bekannte Wege betreten. Man schwankt unwillkürlich zwischen zwei Hypothesen: Dahinter ist etwas. Dahinter ist nichts. Hierdurch eröffnet sich Raum für spekulative Phantasien..." 

Udo Vogt, Journalist ( Auszug aus der Rede zur Ausstellung Produzentengalerie JRS, Gelsenkirchen)

Camilla Spoerndle im Gespräch mit C.U. Frank im Atelier Düsseldorf 2015 © Foto Kamillesk

„Nur wo Fragen gestellt werden, verändert sich etwas.“    C.U. FRANK

"Das Bild wird im Moment einer erweiterten Bewegung von mir umgewandelt in ein Zeichen, was mir ermöglicht, den visionären Aspekt von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu thematisieren." C.U. FRANK

„Die Künstlerin arbeitet seit vielen Jahren in Düsseldorf ihre grossformatigen Werke aus. Sie bewegen sich im Zwischenfeld von Malerei und skulpturaler Zeichensetzung. Symbolisch bedient sie sich dabei des herkömm-

lichen Tafelbildes. Nach dessen Bearbeitung kehrt sie die Schauseite der Wand zu.

“ RIGHT SIDE OR RIGHT SIGHT“ stellte Klaus Flemming (ehem. Leiter Kunsthalle Köln und Museum Gelsenkirchen) innerhalb eines Atelierbesuches die Frage in den Raum. ONE SIDE HAS NEVER BEEN ENOUGH  lautete die Antwort der Künstlerin C.U. FRANK. (Eröffnungsrede Klaus Flemming, Kunsthistoriker, Ausstellung Zeche Unser Fritz 2/3 Herne 2003)

Wandzeichnung mit Tafelbild  The Beginning of Painting, 90 x 90 cm

C.U. FRANK  KÜNSTLERISCHE POSITION

"...weist sie auf die Grenzen menschlicher Wahrnehmung hin: bei der Bildbetrachtung stelle die Wand nun mal eine Grenze dar. Was dann bleibe sei Nichtwissen. Andererseits ohne jenes gäbe es keine Fragen und Fortschreiten mehr. Häufige Bildinhalte sind kurze Texte, die in Spiegelschrift gelesen werden müssten. Einer dieser Sätze lautet 'Unauffälliges Dasein in der grossen Masse der Künstler'. Sich selbst kann C.U. FRANK nicht gemeint haben"... Tim Gallandi, WAZ 9.6.2005/Ausstellung Vorburg Schloss Hardenberg

Das Paradoxon, 200 x 200 cm

NOW

DAS BILD ALS ZEICHEN IM WANDEL